Dankesworte des Präsidenten

Liebe Musikfreunde

«Musik verbindet die Menschen» ist das Resultat einer Aufgabe, welcher sich unser Verein seit über hundert Jahren stellt. Die Beibehaltung dieser Tradition ist eng verbunden mit der Unterstützung, welche wir vom ganzen Dorf Seon immer wieder entgegennehmen durften.

Anlässlich unseres Jahreskonzertes durften wir bekanntlich unsere 24-jährige Uniform durch ein neues Gewand ersetzen. Damit dieses Vorhaben auch realisiert werden konnte, benötigte es die finanzielle Unterstützung aus der Bevölkerung. Die Grosszügigkeit von ortsansässigen wie auch auswärtigen Spendern war überwältigend.

Dieses Echo beweist uns, welch hohen Stellenwert unsere 111 Jahre alte Musikgesellschaft hat. Besonders erfreut dürfen wir sein, dass sich ein traditioneller Verein, bei so vielen anderen Freizeit-Angeboten, weiterhin mit Bravour behaupten kann. Das vereinseigene Jugend-Ensemble, die tolle Kameradschaft, die verschiedenen öffentlichen Auftritte wie auch das attraktive Jahresprogramm sind bestimmt die Gründe dafür. Wir freuen uns, mit den neuen Uniformen weiterhin Seon zu repräsentieren, durch die Strassen im In- und Ausland zu marschieren, stets mit dem Gedanken, zuhause eine grosse Solidarität zu geniessen.

Erfreuen Sie sich an der neuen Uniform. Im Namen der Musikgesellschaft Seon danke ich allen Spendern, Gönnern und Freunden für die Unterstützung, die Sie uns entgegengebracht haben.

Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute und beste Gesundheit.

Mit musikalischem Gruss

Andreas Fischer

Die Uniform im Wandel der Zeit

Eine Uniform verkörpert Gleichmässigkeit, Einförmigkeit, Einheit, das Zusammengehörigkeitsgefühl in einer Gruppe, sie ist Dienstkleidung und Schmuck in einem - aber immer erweckt sie Aufmerksamkeit. Die Musikgesellschaft Seon freut sich, anlässlich ihres Jahreskonzertes das streng gehütete Geheimnis ihrer Neuuniformierung mit einem tollen Festakt preiszugeben.

Text von Daniela Hofmann, Lenzburger Bezirks-Anzeiger

Bereits zum fünften Mal kleidet sich die Musikgesellschaft Seon neu ein. 1905 wurden fünf Tanzabende durchgeführt, damit man sich eine Uniform anschaffen konnte. Die Einweihung dieser dunklen Uniform mit Federbusch am Hut fand damals im Sternengarten anlässlich eines Konzertes statt.

Zu jener Zeit waren die Uniformen nicht so pflegeleicht. Man bestimmte einen Kleiderinspektor. Stellte dieser einen Verstoss fest, musste eine Busse bezahlt werden. Trotz aller Sorgfalt waren die Uniformen 1923 in einem schlechten Zustand. Vermutlich aus finanziellen Gründen entschloss man sich aber, nur die Hosen zu ersetzen. So nicht! Die Musikanten weigerten sich, so aufzutreten.

1928

Einweihung im Baumgarten

Also wurde im Jahre 1928 eine neue Uniform im Baumgarten des Aktivmitgliedes Ernst Lüscher eingeweiht. Diese Uniform zeigte einen militärischen Schnitt. Der dunklen Farbe blieb man treu, aber der Federbusch auf der Kopfbedeckung musste weichen. Damals wurden 39 Musikanten neu eingekleidet. Mit der schönen Uniform mochten diese optisch glänzen, die musikalischen Fähigkeiten anlässlich des kantonalen Musikfestes in Aarau liessen jedoch zu wünschen übrig.

Damit nach Salzburg

Zweiundzwanzig Jahre später leistete sich die Musikgesellschaft Seon zum dritten Mal eine Neuuniformierung. Wiederum zog man die dunklen Farben vor. In dieser Uniform reisten die Musikanten für vier Tage nach Salzburg. Aus nicht ganz bekannten Gründen ist diese Vereinsreise noch heute lebhaft in Erinnerung.

Lag es an der schmucken Uniform oder einfach am neuen Dirigenten? Albert Benz, Musikdirektor am Konservatorium für Blasmusik in Luzern, oberster Chef des Armeespiels, Komponist und Koryphäe in der Schweizer Blasmusik, schaffte es, dass sich die Musikgesellschaft Seon im Jahre 1956 in die zweithöchste Klasse der Schweizer Blasmusik vorwagte.

1950
1977

Ausgedient

Nichts hält ewig. Am 25. Juni 1977 fand die vierte Uniformeinweihung in der Turnhalle Seon statt. Anlässlich des Jugendfestes hatte man 1974 die Festwirtschaft geführt und ein Jahr später war zwecks Geldbeschaffung ein Musiktag in Seon durchgeführt worden. Die Gemeinde Seon beteiligte sich mit einem kleinen «Zustupf» ebenfalls an den Anschaffungskosten.

Erstmals getraute man sich, Farbe zu bekennen! Die Hose wählte man dunkelbraun mit seitlichem Kupferstreifen. Der Veston ist kupferfarbig, der Reverskragen und die Armabschlüsse sind dunkelbraun. Beim Uniformhut wiederholen sich diese Farben- Dazu trägt man ein weisses Hemd mit Krawatte. Mit dieser Uniform wurden 32 Musikanten neu eingekleidet. Damals kostete eine komplette Uniform 800 Franken.

Erstmals trat man damit am kantonalen Musikfest in Frick auf. Mit ihrem überzeugenden Auftritt erreichten die Musikanten den zweiten Rang. Böse Zungen behaupten, dass während ihres Spiels ein Flugzeug über das Festgelände hinweg geflogen sei. Dass man dann im Wettstück ziemlich weit hinten landete, muss verflixtes Pech gewesen sein.

Nun ist diese Uniform bereits wieder in die Jahre gekommen. Es mussten immer mehr Abänderungen an ihr vorgenommen werden. Neumitglieder können nicht mehr mit dieser Uniform ausgerüstet werden, da keine Stoffreserven mehr vorhanden sind.

Aus diesem Grund entschloss man sich 1999, eine Neuuniformierung anzustreben. Nach einem langwierigen Auswahlverfahren standen drei Uniformen in drei verschiedenen Farben zur Auswahl. Die Geschmäcker sind verschieden. Während die einen eine leichte Bläseruniform bevorzugten, wollten die anderen eher den Weg der Vernunft und Tradition beschreiten.

Eine Uniform hat dann allen Diskussionen ein Ende bereitet. Diese habe alle «magisch» angezogen, meinte Präsident Andreas Fischer. Die Kosten bereiteten dann allerdings etliches Kopfzerbrechen. Eine komplette Uniform beläuft sich auf 2356 Franken. 35 Musikanten brauchen das neue «Gwändli», zehn Reserve-Uniformen müssen vorhanden sein. Demzufolge braucht die Musikgesellschaft Seon die stolze Summe von 106'020 Franken für die Neueinkleidung.

Grosse Spendefreudigkeit

Die Einwohner- und Ortbürgergemeinde Seon hat zwei Drittel dieser Kosten übernommen, eine ungemein grosszügige Geste, welche die Musikgesellschaft zu schätzen weiss.

Anlässlich des Unterdorfmarktes im vergangenen September spendeten neun Geschäfte eine Uniform. Die Interessengemeinschaft Unterdorf gab den öffentlichen Startschuss für die Restfinanzierung.

Die Modepuppe «Xaver Töndli» zirkuliert in den Seoner Geschäften und ruft zur Spende auf. Die grosse Spendefreudigkeit der Bevölkerung zeigt die Beliebtheit und den Stellenwert, den die Seoner Musikgesellschaft im Dorf geniesst.

Susi René Danja

Auf ihre Art und Weise hat sich die Musikgesellschaft am 28. April 2001 musikalisch für die tolle Unterstützung bedankt. Unter der bewährten musikalischen Leitung von Roland Dietiker wurde anlässlich des Jahreskonzertes in der Turnhalle die neue Uniform mit einem Festakt präsentiert.

Bericht zum Jahreskonzert 2001 mit Neuuniformierung

Musikgesellschaft in neuer Uniform

Die Musikgesellschaft Seon lud am 28. April 2001 die Bevölkerung zu ihrem Jahreskonzert mit Neuuniformierung ein. Nach monatelanger Probe sollten die Gäste musikalisch verwöhnt werden und gleichzeitig sollte das Geheimnis der neuen Uniform gelüftet werden.

Text von Daniela Hofmann, Lenzburger Bezirks-Anzeiger

MG Seon noch mit alter Uniform.

Vorneweg - wer nicht frühzeitig den Weg zur Turnhalle eingeschlagen hatte, fand keinen Platz mehr in der gefüllten Halle. Farbenprächtiger Blumenschmuck säumte den Bühnenrand und verbreitete Frühlingsstimmung. Beim Publikum war die Vorfreude auf das Konzert fast körperlich zu spüren und eine gewisse Spannung schwebte im Raum.

Endlich geht der Vorhang auf. Moderator Ueli Lüscher erscheint auf der Bühne in Jeans mit Hosenträgern und saloppem Hemd. Launig meint er, da die Musikanten es «wagen» würden mit ihren «alte Hudle» anzutreten, müsse er sich natürlich ebenfalls ihrem Outfit anpassen. Dann ist es so weit! Die Musikgesellschaft Seon eröffnet in ihren «alten Klamotten» das Konzert. Mit ihrem lebendigen, kraftvollen und schmissigen Spiel zieht sie die Gunst und Aufmerksamkeit der Zuhörer sofort auf sich.

Nach den beiden ersten Musikstücken lässt es sich Präsident Andreas Fischer nicht nehmen, die zahlreichen Gäste im Namen der Musikgesellschaft zu begrüssen. Plötzlich bittet Andreas Fischer den Präsidenten der Schweizer Berghilfe an seine Seite. Symbolisch übergibt er ihm sein Jackett. Die Musikgesellschaft hat einen tollen Weg gefunden, ihre alten Uniformen "fachgerecht" zu entsorgen. Alle Uniformen werden der Schweizer Berghilfe zum Gebrauch übergeben. Wahrlich eine sinnvolle Idee.

Danach ging wieder musikalisch die Post ab. Mit den "golden Hits" von den Beach Boys setzten die Musikanten unter der Leitung von Roland Dietiker einen weiteren lässigen Höhepunkt. Gefühlvoll setzte Dirigent Dietiker seinen Taktstock ein und forderte von seinen Frauen und Mannen Höchstleistungen.

You can leave your hat on ...

Erotische Augenweide

Dann folgte mit dem Stück "You can leave your hat on" (Joe Cocker) eine sinnliche Augenweide. Fabienne und ihr Freund Mischa boten einen heissen Striptease und entledigten sich gekonnt der alten Uniform. Die erotische Entkleidung gefiel und dürfte einige Gemüter erhitzt haben.

... !!!

Nach dieser tollen Einlage unterhielten dann die bekannten Staufberg Musikanten das Publikum mit ihrem Showblock während mehr als einer Stunde. Die musikalischen und gesanglichen Darbietungen dieser Top-Formation gefielen den Zuhörer und liessen erahnen; dass viele Anhänger dieser Musikformation im Publikum sassen. Die Band, die sich gut präsentiert und vermarktet, stahl mit ihrer zu langen Bühnenpräsenz der Musikgesellschaft die Show. Eigentlich war man danach mit Musik gesättigt.

Die neue Uniform gefällt

Aber die Spannung stieg. Nun liess die neue Uniform nicht mehr lange auf sich warten. Die Seoner Bevölkerung konnte sich davon überzeugen, dass die Musikgesellschaft in Bezug auf ihre neue Uniform "den richtigen Ton" getroffen hat.

Die anthrazitfarbene Hose mit rotem Seitenstreifen, das weisse, rassig geschnittene Hemd, das beidseitig tragbare, lässige Gilet, die farbige Krawatte und die rote Fliege sowie der tolle graue Veston und die passende Kopfbedeckung zeigen die Musikantinnen in einem gefälligen Outfit. Mal modern und rassig, dann wieder dezent und elegant präsentiert sich die Musikgesellschaft und wird mit ihrer neuen Uniform an jedem Anlass optisch glänzen. In ihrer neuen Uniform zeigten die Musikantinnen beim zweiten Teil wiederum ihr Bestes, kein Wunder kamen sie um Zugaben nicht herum.

MG Seon jetzt mit neuer Uniform.

Wie meinte doch Gemeindeammann Rolf Lüscher bei seiner Rede:
«Was wäre ein Dorf ohne Musik? - Wie ein See ohne Wasser!»
«Was wäre eine Musik ohne Uniform? - Wie eine Pizza ohne Peperoncini!»

Als Gemeindeammann sei er stolz auf die Musikgesellschaft. Zu Recht darf Seon stolz sein auf das gute musikalische und optische Niveau seiner Dorfmusik.


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